Heilpädagogische Zusatzqualifikation für
sozialpädagogische Fachkräfte ab Februar 2012

Gemeinsames Leben und Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern
in Kindertageseinrichtungen

Die heilpädagogische Zusatzqualifikation ist ein Fortbildungsangebot der Fachschule für Sozialpädagogik Wagnerstaße / Fröbelseminar (FSP I), das sich an sozialpädagogische Fachkräfte richtet, in deren Einrichtung Kinder mit und ohne Behinderung integrativ betreut werden.

Das Abschlusszertifikat der Weiterbildung wird von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg, als Voraussetzung für die heilpädagogische Förderung behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder in Kitas anerkannt.

I. Zielsetzung

Bei diesem Angebot handelt es sich um eine Zusatzausbildung, die Erzieher und Erzieherinnen dazu befähigt, die heilpädagogische Integration und Förderung behinderter Kinder im Rahmen der Gruppenarbeit in einer Kindertageseinrichtung zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Aufbauend auf den fachspezifischen, sozialen, kommunikativen und reflexiven Kernkompetenzen werden vertiefende Kenntnisse im heilpädagogischen, psychologischen und medizinisch-pflegerischen Bereich erworben.

Der Fortbildung liegt ein integrativer, ganzheitlicher Arbeits- und Denkansatz zugrunde. Heilpädagogische Handlungskonzepte werden dabei als ressourcenorientiert verstanden und zielen auf die gleichberechtigte Teilhabe eines jeden Menschen in seinem jeweiligen psychosozialen Bezugsfeld ab. Dieser Handlungsansatz bezieht demnach immer auch das soziale System und Umfeld mit ein. Als spezialisierte Generalisten vermitteln heilpädagogische Fachkräfte zwischen allen Beteiligten und fungieren als Multiplikatoren.

II. Inhaltliche Schwerpunkte der Ausbildung

  • Auseinandersetzung mit dem ‚Phänomen Behinderung’ in seiner historischen, sozialen, ethischen und rechtlichen Dimension; Entwicklung eines sozialen Verständnisses von Behinderung und Integration
  • Grundlagen körperlicher, seelischer und geistiger Beeinträchtigungen, die zur Behinderung führen können; Kennenlernen grundlegender Syndrome
  • Methoden der diagnostischen Wahrnehmung und Verhaltensbeobachtung
  • Theorien zur Entstehung von Behinderung und spezifische entwicklungspsychologische Aspekte der familiären Sozialisation und kindlichen Entwicklung von Kindern mit Behinderung
  • Entwicklungsdiagnostische Instrumente zur Erarbeitung spezifischer heilpädagogischer Eingangs-, Verlaufs- und Fördermaßnahmen; Erstellung von Integrationshilfen und Förderplänen
  • Dimensionen einer integrativen Pädagogik: Heilpädagogische Ansätze und Modelle der Integration und Inklusion und Prinzipien der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung
  • Aspekte der Intensivpädagogik: Sensorische Integration, Methoden der Wahrnehmungsförderung und Pflege als Grundlage der Begleitung von Kindern mit schweren und mehrfachen Behinderungen
  • Frühkindliche Bildungsprozesse von Kindern mit Behinderung
  • Zusammenarbeit mit Eltern als Element heilpädagogischer Entwicklungsbegleitung und Beziehungsgestaltung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Institutionen und anderen Berufsgruppen, kollegiale Praxisberatung, Fallbesprechungen
  • Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen
  • Hospitationen

III. Zugangsvoraussetzungen

Der Kurs wendet sich an Erzieher und Erzieherinnen mit einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung.

IV. Zertifizierung

Ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Maßnahme erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die regelmäßig anwesend waren und zwei Leistungsnachweise erbracht haben (z.B. ein Referat zu einem Fachthema und das Erarbeiten einer Integrations- und Fördermappe). Abgeschlossen wird der Kurs mit einem Kolloquium.

V. Organisation und Termine

Der Ausbildung umfasst  320  Stunden und wird in zwei Einheiten á 160 Stunden (Grundlagen- und Aufbaukurs) durchgeführt. Jede Einheit beinhaltet eine Blockwoche, in der sowohl Vertiefungen einzelner Themen durch ausgewiesene Fachreferenten als auch Felderkundungen durchgeführt werden.

Kursbausteine

Stunden-
umfang

Termine

Grundlagenkurs

(Februar 2012 bis Juni  2012

160

Blockwoche:  16.04. – 20.04.12  (8.00 – 15.15 Uhr)
Seminartage jeweils Do  (8.00 – 15.00 Uhr):
02.02.12, 09.02., 16.02., 23.02., 01.03., 22.03., 29.03., 05.04., 12.04., 26.04, 10.05., 24.05., 31.05., 07.06., 14.06.,

Aufbaukurs

(August  2012 bis Dezember 2012

160

Blockwoche:  17.09. – 21.09.12  (8.00 – 15.15 Uhr)
Seminartage jeweils Do (8.00-15.00 Uhr):
23.08.12, 30.08., 06.09., 13.09., 27.09., 18.10., 25.10., 01.11., 08.11., 15.11., 22.11., 29.11., 06.12., 13.12, 20.12.

VI. Teilnahmeentgelt

Die Weiterbildung ist für maximal 25 Teilnehmer/innen vorgesehen.
Das Teilnahmeentgelt für den gesamten Kurs (Grundlagen- und Aufbaukurs) beträgt € 714 je Teilnehmer/in und ist in zwei Raten á € 357 zu zahlen.
Außerdem fallen für Exkursionen und besondere Fachvorträge Kosten in Höhe von ca. € 70 je Teilnehmerin und Teilnehmer an, die jeweils direkt abgerechnet werden.

VII. Anmeldung

Ihre Anmeldung richten Sie bitte an die Fachschule für Sozialpädagogik Wagnerstraße – Fröbelseminar,  Wagnerstr.60, 22081 Hamburg, Fax 428 846 212, fsp1@hibb.hamburg.de.

Stand: Juli 2011


Staatliche Fachschule für Sozialpädagogik - Fröbelseminar

Wagnerstraße 60 • 22081 Hamburg